Armin Steigenberger, all diese himmel
sagst du in die man kommen kann
dies da so gibt die also gezählt
sind diese gefilde da droben oder sonst
wo nicht von dieser sagst du welt so zu
sagen also himmlisch na ja du sagst
himmel
wenn sich von oben dein minimal
himmel in streifen zieht, von einem kuss
getroffen wie diese lange wolke von rechts
ihre nackte zunge dem abend in den schlund
schiebt (deep throat) wenn das braun
deines auges wie eine haltlose metapher
über links das meine trifft berührt dann
hast du mir mein herz vollends ausgemalt
ist oben
nicht eigentlich unten und unten nicht der himmel
und alles klebt oben fest und hängt bäuchlings,
bauchjäh nach unten wie am seil, gekröpftes lianen-
wesen also? ragen berge am weitesten ins tal, von
der außenhaut entfernt abgestoßen von der zentrifugal
sich drehenden kugel? autos hängen an ihren gummi
rädern? nach dem motto hängen statt stehen?
du bist nicht beweisbar
jedoch sind deine hände wärmer als
das licht, das droben, hinter all den wolken
sich bricht: ein dürrer strahl, heraus gemolken
aus all dem graugewölk und bestenfalls
ein schimmer, der durch dünnes glas herein
ins zimmer fällt. bist du nur eine tafel
aus licht, die sanft am boden liegt und da viel-
leicht sich leis bewegt: ein blonder schein?
die buchstaben lassen nach, irren auf dem papier
umher, schriftzeichen liegen da, strömende ameisen
auf schneeweiß unbewohntem. selbstankläger,
arbeiterinnen, militärisch in linie gebracht. geerdete
atemzüge aus tinte kriechen aus ihrem bau auf allerlei
irrwitzige kommandos lauschend. sie kennen kein
pardon, kein heimweh, keine gerechtigkeit. sie fliehen
leise erdwärts in ihren tiefdunklen ursprung, pretty
privacy, tief im erdenkern, nahe des metallenen herzens.
dort arbeiten sie weiter, unermüdlich in unsterblicher
sammlung. sie gehen zur sache und wissen was gut ist,
zerstören papier, kleine krumen, meucheln imagination,
informelles aas, angestorbenes. sie sind nützlich, immer
zur stelle, zungenfertig lesen sie alles auf, was lesbar ist,
unsichtbar bedecken sie die welt mit ihren schatten.
den besten pulverschnee
den findest du in keinem sommer
da findest du nur frisches laub
blühende wiesen und leihweise sterne
über deiner weit gewölbten stirn
schnee, nr. 9
es steht außer zweifel dass der
schnee sich nur äußerst selten in
beichtstühle bequemt und wenn
dann sozusagen als blinder passagier
an mänteln klebend von hüten
herunter fallend an stiefeln und
schnürsenkeln und rockschößen
unfreiwillig eingeschleust
immer löste er sich sogleich in wasser
dann in luft auf bevor er überhaupt
über seinen unvorteilhaften
lebenswandel berichten konnte
dies da so gibt die also gezählt
sind diese gefilde da droben oder sonst
wo nicht von dieser sagst du welt so zu
sagen also himmlisch na ja du sagst
himmel
wenn sich von oben dein minimal
himmel in streifen zieht, von einem kuss
getroffen wie diese lange wolke von rechts
ihre nackte zunge dem abend in den schlund
schiebt (deep throat) wenn das braun
deines auges wie eine haltlose metapher
über links das meine trifft berührt dann
hast du mir mein herz vollends ausgemalt
ist oben
nicht eigentlich unten und unten nicht der himmel
und alles klebt oben fest und hängt bäuchlings,
bauchjäh nach unten wie am seil, gekröpftes lianen-
wesen also? ragen berge am weitesten ins tal, von
der außenhaut entfernt abgestoßen von der zentrifugal
sich drehenden kugel? autos hängen an ihren gummi
rädern? nach dem motto hängen statt stehen?
du bist nicht beweisbar
jedoch sind deine hände wärmer als
das licht, das droben, hinter all den wolken
sich bricht: ein dürrer strahl, heraus gemolken
aus all dem graugewölk und bestenfalls
ein schimmer, der durch dünnes glas herein
ins zimmer fällt. bist du nur eine tafel
aus licht, die sanft am boden liegt und da viel-
leicht sich leis bewegt: ein blonder schein?
die buchstaben lassen nach, irren auf dem papier
umher, schriftzeichen liegen da, strömende ameisen
auf schneeweiß unbewohntem. selbstankläger,
arbeiterinnen, militärisch in linie gebracht. geerdete
atemzüge aus tinte kriechen aus ihrem bau auf allerlei
irrwitzige kommandos lauschend. sie kennen kein
pardon, kein heimweh, keine gerechtigkeit. sie fliehen
leise erdwärts in ihren tiefdunklen ursprung, pretty
privacy, tief im erdenkern, nahe des metallenen herzens.
dort arbeiten sie weiter, unermüdlich in unsterblicher
sammlung. sie gehen zur sache und wissen was gut ist,
zerstören papier, kleine krumen, meucheln imagination,
informelles aas, angestorbenes. sie sind nützlich, immer
zur stelle, zungenfertig lesen sie alles auf, was lesbar ist,
unsichtbar bedecken sie die welt mit ihren schatten.
den besten pulverschnee
den findest du in keinem sommer
da findest du nur frisches laub
blühende wiesen und leihweise sterne
über deiner weit gewölbten stirn
schnee, nr. 9
es steht außer zweifel dass der
schnee sich nur äußerst selten in
beichtstühle bequemt und wenn
dann sozusagen als blinder passagier
an mänteln klebend von hüten
herunter fallend an stiefeln und
schnürsenkeln und rockschößen
unfreiwillig eingeschleust
immer löste er sich sogleich in wasser
dann in luft auf bevor er überhaupt
über seinen unvorteilhaften
lebenswandel berichten konnte
in: spa_tien -
heft 4